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FERNE HEIMAT KIRGISIEN
Tschingis Aitmatow


Mit Dshamilja hat Tschingis Aitmatow "die schönste Liebesgeschichte der Welt" erzählt - bis heute wurden die Romane und Erzählungen des kirgisischen Autors in neunzig Sprachen übersetzt. In seinen intensivsten Passagen rührt Aitmatow über alle kulturellen und geopolitischen Grenzen hinweg an das allgemein Menschliche. Seine Figuren, so untrennbar sie auch in ihrer Heimat verwurzelt sind, lassen uns unser eigenes Glück, unsere Sorgen und Nöte erkennen; sie sind Mittlergestalten zwischen den Kulturen, schlagen Brücken zwischen Orient und Okzident. Auch hierzulande liegt in den Botschaften seines gesellschaftspolitischen und ökologischen Engagements gewaltige Sprengkraft.

Doch wie sieht die ferne Heimat Aitmatows aus, in der Danijar, der Paßgänger Gülsary und Der erste Lehrer zu Hause sind? Über neunzig Prozent Kirgisiens bestehen aus Gebirge, die Hälfte des Landes liegt über 3000 Meter. Hier wuchs Aitmatow mit den uralten Mythen und Legenden der Kirgisen unter Gebirgsnomaden auf, einem Volk, dem seit Tschingis Khan immer wieder fremde Herrscher die Freiheit und die kulturelle Identität rauben wollten.

Die Fotos von Georg Kürzinger zeigen eindrucksvoll, wie stark ein Volk sein muss, um sich dort zu behaupten. Der Fotograf hat sich, fasziniert von den Figuren Aitmatows, mit seiner Kamera auf die Suche nach den selten gewordenen Erben der Nomadenkultur am Ende des 20. Jahrhunderts gemacht. Mit seinen Fotografien zeichnet er ein ethnografisches Dokument in einfühlsamer Bildsprache, aus der Achtung vor der Würde dieses Volkes spricht. In seinen Bildern blicken uns von Sonne und Wind gegerbte Gesichter an, die von der Härte des Lebens erzählen und tief in die Seele dieses Volkes blicken lassen; er fängt fröhliche Festgelage ein, wilde Wettkämpfe und unbeschwerte Kinder, die inmitten von Pferden und Schafen und mit einer grandiosen Natur aufwachsen, in der doch der "Fortschritt" unaufhaltsam Einzug hält.

Im Wechselspiel von Text und Bild gelingt Kürzinger und Aitmatow ein hoffnungsvoller Beitrag zur Völkerverständigung und zum interkulturellen Dialog.

Tschingis Aitmatow, 1928 geboren, gehört zu den meistgelesenen Autoren der Welt. In seinen mit hohen Preisen ausgezeichneten Romanen und Erzählungen zeigt der kirgisische Autor, der sein Land seit vielen Jahren als Botschafter in Brüssel vertritt, die problematische Beziehung zwischen den alten Traditionen kirgisischer Nomaden und der modernen Geschichte. Seine schönsten Erzählungen spielen in der einsamen Weite Kirgisiens. Mit Dshamilja erlangte er Weltruhm.

Georg Kürzinger, geboren 1957, arbeitet als Fotojournalist für Zeitschriften und Buchverlage. Er veröffentlichte zahlreiche Bildbände, darunter Die Wüste Gobi, Der Nil und Land am Kilimandscharo in der Reihe Begegnung mit dem Horizont.


Tschingis Aitmatow

FERNE HEIMAT KIRGISIEN

Mit Fotografien von Georg Kürzinger
144 Seiten mit 100 farbigen Abbildungen
Preis € 29,90 [D] / € 30,80 [A] / sFr 52,90
ISBN 3-89660-048-6
 


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